Seit Januar 2000 besteht das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) als ein fachbereichübergreifender Forschungsschwerpunkt der Universität Hamburg. An diesem Zentrum sind sieben Institute aus den Fachbereichen Medizin sowie Sozialwissenschaften der Universität Hamburg beteiligt.
Die Suchtforschung ist bisher ein in der Bundesrepublik Deutschland strukturell kaum gefördertes Arbeitsgebiet: Übereinstimmend und flächenübergreifend kritisieren Fachleute nach wie vor den Mangel an notwendiger wissenschaftlicher Infrastruktur.
In den 70er und 80er Jahren waren es v.a. die Sozialwissenschaften, die im Rahmen der Epidemiologie sowie über Feldstudien zur Beschreibung der Situation beigetragen haben. Einige wenige Arbeitsgruppen haben auch bereits seit dieser Zeit im Bereich der Medizin, der Psychiatrie, der Somatik und der Medizinsoziologie wissenschaftliche Daten zur Erklärung des Verhaltens Abhängiger und ihrer Behandlung erhoben und analysiert.
Die Suchtforschung ist somit noch ein neues Gebiet, in dem sich in den nächsten Jahren neue Strukturen bilden werden. Es hängt stark von der guten Kooperation der verschiedenen beteiligten Fächer ab, inwiefern die verschiedenen Perspektiven konstruktiv zusammenwirken und zu einer Verbesserung des Hilfesystems sowie einem besseren Verständnis von Sucht beitragen können.
