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Prävalenz problematischen Glücksspiels unter den Inhaftierten im Hamburger Justizvollzug

September 2009-Februar 2011 (abgeschlossen)

Beschreibung/ Description

Bei dem Forschungsprojekt handelt es sich um ein innovatives Forschungsvorhaben, da bislang kaum Erkenntnisse zur Prävalenz des Glückspiels unter Inhaftierten vorliegen. Die explorative Studie ist multimethodisch angelegt und primär darauf ausgerichtet, repräsentative Ergebnisse zur Verbreitung einer Glücksspielproblematik unter erwachsenen und jugendlichen Gefangenen zu gewinnen. Die Studie besteht aus den folgenden Modulen:

  1. Um die Prävalenz problematischen Glücksspiels unter Inhaftierten zu erfassen, findet eine Langzeiterhebung in der Hamburger Untersuchungshaftanstalt statt. Bei insgesamt 2.000 neu aufgenommenen Personen (etwa 60% der Untersuchungshäftlinge) wird ein Screening auf ein potentielles Glücksspielproblem im Rahmen des Zugangsgesprächs durchgeführt. Für das Screening wird der „Lie-Bet-Screen“ verwendet (s.u.).
  2. Zur Identifikation von Problemkonstellationen im Zusammenhang mit einem problematischen Glücksspielverhalten wird eine stichtagsbezogene Vollerhebung unter den erwachsenen und jugendlichen Strafgefangenen durchgeführt, die sich in den sechs Hamburger Vollzugsanstalten befinden. Bei der Erhebung wird unter anderem untersucht, ob die Spielsucht im Zusammenhang mit der Inhaftierung steht. Basis für die Querschnitterhebung sind die Gefangenen-Personalakten. Als Stichtag für die Aktenanalyse wurde der 8. Dezember 2009 festgelegt.
  3. Um das Bedingungsgefüge zwischen einem problematischen Glücksspiel, der Delinquenz und der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe zu explorieren, werden 40 qualitative Interviews mit Gefangenen durchgeführt, bei denen eine Glücksspielproblematik vorliegt.

Die Ergebnisse aus den drei Modulen bilden die Grundlage, den Hilfebedarf für Inhaftierte einzuschätzen und Empfehlungen für zielgruppenspezifischen Hilfeangeboten zu formulieren.

Leitung/ Project Coordinator

Beteiligte MitarbeiterInnen/ Involved Researchers

Förderung/ Funding

Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg

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