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EU-Twinning: Implementation of a Drug Strategy in Serbia

Okt 2012-Juli 2014 (laufend)

Beschreibung/ Description

Seit Oktober 2012 wird ein EU Twinnung Projekt zwischen dem Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit (BMG) und dem serbischen Innen- und Gesundheitsministerium realisiert, bei dem die „Implementierung einer Drogenstrategie“ im Mittelpunkt steht, die Europäischen Standards entspricht.

Serbien, gelegen auf der sogenannten „Balkanroute“ des organisierten Drogenschmuggels, ist seit März 2012 EU Beitrittskandidat. Serbien kann zurückblicken auf eine eher fortschrittliche Gesundheits- und Drogenpolitik unter jugoslawischer Ägide. So wurde beispielweise in Jugoslawien die Methadonbehandlung von Heroinabhängigen Ende der 1970er Jahre eingeführt und 1980 waren schon mehr als 500 Personen in Belgrad mit Methadon substituiert. Der wirtschaftliche Boykott in den 80er und 90er Jahren, die Kriege und Bürgerkriege im gleichen Zeitraum, sowie die politische Vetternwirtschaft haben das Gesundheitssystem sicher stark in seinen Grundfesten erschüttertet. Es finden sich jedoch auch heute noch in Serbien alle Ansätze einer modernen, ausgewogenen Gesundheits- und Drogenpolitik, die diese Verwaltungspartnerschaft fördern.

Das Twinning Projekt folgt dem sogenannten „balanced approach“ und hat zum einen die Reduzierung des Drogenangebots im Fokus und zum anderen die Verminderung der Drogennachfrage.
Diese Zielsetzungen werden in jeweils zwei Komponenten umgesetzt. Komponente 1 und 2 führt Trainingsmaßnahmen zur Stärkung der Kontrolle von zu beschlagnahmenden und  beschlagnahmten Drogen durch, sowie von Ausgangstoffen zur Drogenherstellung und von legal verfügbaren Drogen. Außerdem haben diese Komponenten die Drogenvernichtung in ihrer Zielbeschreibung. In Serbien wurden im Zuge der Verwaltungspartnerschaft erstmal seit 2001 beschlagnahmte Drogen vernichtet.
Komponente 3 und 4 sind auf die Bestandsaufnahme und Umsetzung von Prävention gerichtete, die Einführung von europäischen Schlüsselindikatoren zur Drogenkontrolle, die Evaluation der bestehenden serbischen Drogenstrategie und ihres Aktionsplanes, des Entwurfs der neuen Strategie gemäß „acquis communautaire“ sowie der gesetzlichen Verankerung von Prävention, Behandlung und „harm reduction“

Das Projekt wird zu 100% aus EU Mitteln finanziert. Das BMG hat mit dem Projekt das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) beauftragt, welches zusammen mit der tschechischen Regierungsstelle für Drogenkontrolle dieses Projekt implementiert. In Serbien, Belgrad ist Herr Marcus Martens (ZIS) als Deutscher Langzeitberater für die gesamte Dauer des Projektes tätig. Das Projekt endet voraussichtlich im Sommer 2014.

Leitung/ Project Coordinator

Beteiligte MitarbeiterInnen/ Involved Researchers

Förderung/ Funding

EU