Bestandsaufnahme, Barrieren und Verbesserungsmöglichkeiten von alkoholbezogenen Interventionen in der hausärztlichen Praxis

September 2011-Februar 2012 (laufend)

Beschreibung/ Description

In Deutschland gelten etwa 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig, weitere 2 Millionen Menschen weisen einen missbräuchlichen, 5,9 Millionen einen riskanten Alkoholkonsum auf. Im primärärztlichen Bereich besteht eine hohe Erreichungsquote (ca. 70-80% p.a.) von Patienten mit einer Alkoholproblematik, dennoch erhalten nur etwa fünf Prozent der rund 4,3 Millionen Menschen mit einer behandlungsbedürftigen Alkoholproblematik eine erforderliche suchtspezifische Therapie. Ein Grund hierfür liegt in der mangelnden Implementierung alkoholbezogener Interventionen in der hausärztlichen Grundversorgung, hier zeigen sich Probleme hinsichtlich der frühzeitigen, adäquaten Diagnosestellung, Therapieeinleitung und Zuweisung in das Suchthilfesystem, obwohl die Wirksamkeit ärztlicher Maßnahmen wissenschaftlich belegt und in evidenzbasierten, leitliniengestützten Ansätzen auf die Bedürfnisse der medizinischen Grundversorgung angepasst und verfügbar ist. Dennoch sind ärztliche Maßnahmen zur Früherkennung, Kurzintervention, Behandlung und ggf. Weiterüberweisung bislang nicht regelhaft und flächendeckend in der medizinischen Grundversorgung implementiert.
In Kooperation mit der psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (Prof. Dr. S. Bleich) und dem Zentral Institut für Seelische Gesundheit (Prof. Dr. F. Kiefer) hat diese Studie zum Ziel den Status der Implementierung von alkoholbezogenen Interventionen in der hausärztlichen Praxis zu beschreiben sowie Barrieren für die Implementierung zu analysieren und Konzepte für deren Überwindung aufzuzeigen.

 

Leitung/ Project Coordinator

Beteiligte MitarbeiterInnen/ Involved Researcher