Österreichische Studie zur Prävention der Glücksspielsucht
Mai 2009-November 2010 (laufend)
Beschreibung
Auf der Grundlage empirischer Erkenntnisse und Daten werden Empfehlungen für ein verhaltens- und verhältnispräventives Konzept für das Glücksspielwesen in Österreich formuliert (im Sinne einer Grundlagenforschung). Einbezogen werden dabei Maßnahmen der universellen, selektiven und indizierten Prävention, die die Entstehung von Spielsucht verhindern und zu einem verantwortungsbewussten und kontrollierten Umgang mit Glücksspielen anhalten sollen. Das Design besteht aus verschiedenen, systematisch miteinander verknüpften Forschungsmodulen:
A.) Literaturanalyse: systematische Bestandsaufnahme der Situation in Österreich sowie internationale Übersicht zum Erkenntnisstand über die Effektivität von präventiven Interventionen im Glückspielbereich.
B.) Experteninterviews (N=15-20): Themenbereiche dieser Intensiv-Interviews sind u. a. Kenntnis und Bewertung der bisherigen Spielsuchtprävention (Konzepte, Maßnahmen, Strukturen, etc.), Einschätzung der Problemrelevanz sowie praktische Empfehlungen.
C.) Repräsentativerhebung (N=6.300): In Zusammenarbeit mit einem renommierten Meinungsforschungsinstitut wird eine telefonische Repräsentativerhebung durchgeführt (14 bis 65 Jahre). Die Themenbereiche der etwa 12-minütigen Befragung sind: Teilnahme an Glücksspielen (Form, Frequenz, mögliche Probleme), Kenntnis und Bewertung bisheriger Spielerschutzmaßnahmen.
D.) Kundenbefragung (N=1.200): Um vertiefende Informationen zum Glücksspielverhalten (Form, Frequenz, mögliche Probleme) sowie zur Kenntnis und Bewertung bisheriger Spielerschutzmaßnahmen zu erhalten, wird eine anonyme schriftliche Befragung von Kunden/Nutzer verschiedener Glücksspielangebote durchgeführt (Casinobesucher, Lottokunden, Sportwetter, Nutzer von Geldspielautomaten).
E.) Befragung von Onlinespielern (N>5.000): In diesem Modul geht es um die Bestimmung von Benutzerprofilen, der Analyse des Spielverhaltens sowie der Kenntnis und Bewertung von Spielerschutzmaßnahmen von Onlinespielern.
F.) Befragung des Personals von GS-Anbietern (ca. N=500): Um Informationen zum Glücksspielverhalten ihrer Kunden sowie zur Akzeptanz, Reichweite und den Effekten bisheriger Spielerschutzmaßnahmen aus der Sicht der Glücksspielanbieter zu erhalten, wird eine anonyme schriftliche Befragung des Personals von GS-Anbietern durchgeführt.
G.) Auswertung von Informationen aus dem Behandlungssektor: Es werden Informationen über pathologische Glücksspieler aus dem Behandlungssektor (ambulante und stationäre Suchthilfe, Selbsthilfe, Schuldnerberatung, etc.) zusammengestellt und Erkenntnis- und Forschungslücken beschrieben.
H.) Integrative Analyse (inkl. Empfehlungen): In der Integrativen Analyse werden die Module A bis G zusammengeführt. Darauf basierend werden Vorschläge für ein verhaltens- und verhältnispräventives Konzept für das Glücksspielwesen in Österreich formuliert. Diese Vorschläge werden mit den beteiligten Professionen diskutiert und münden in abschließenden Empfehlungen.
Mit einem solch breit und multi-perspektivisch angelegten Forschungsdesign wird es möglich sein, empirisch abgestützte Aussagen für eine effektive Spielsuchtprävention in Österreich zu treffen.
Leitung
Beteiligte MitarbeiterInnen
Förderung
Zuwendungsgeber und Initiator der Studie ist die Österreichische ARGE Suchtvorbeugung. Bei ihr liegt auch die Projektleitung (Dr. Artur Schroers). Gefördert wird die Untersuchung von den Österreichischen Lotterien.